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Weiterbildung

Weiterbildung im IT-Bereich: Was Arbeitgeber wirklich verlangen

Welche Weiterbildung im IT-Bereich sinnvoll ist, entscheidet am Ende das Unternehmen, das Sie einstellen soll. Deshalb beginnt dieser Ratgeber nicht mit Kursen, sondern mit Stellenanzeigen. Wir haben 600 zufällig gezogene IT-Stellenanzeigen aus unserem Bestand ausgewertet, 594 davon mit vollständigem Text, und gezählt, welche Abschlüsse, Zertifikate und Weiterbildungen darin stehen (Stand 28.09.2026).

Erwachsene Teilnehmer von hinten in einem hellen Schulungsraum, vorne ein Trainer
Symbolbild, KI-generiert

Das Ergebnis vorweg: Ein Abschluss zählt weit mehr als jedes Zertifikat. Sieben von zehn Anzeigen nennen ein Studium, jede dritte eine Ausbildung, und fast jede zweite lässt eine „vergleichbare Qualifikation“ gelten. Ein Zertifikat verlangen oder wünschen dagegen nur acht Prozent der Anzeigen, und meist mit „idealerweise“ oder „von Vorteil“ davor. Wer eine IT-Weiterbildung plant, sollte also zuerst fragen, ob sie zu einem anerkannten Abschluss führt oder ob sie ein Werkzeug vermittelt, das in den Anzeigen der Wunschstelle tatsächlich vorkommt.

Was Arbeitgeber in IT-Stellenanzeigen verlangen

Gezählt haben wir Anzeigen aus den Bereichen IT und Software, Data Science und ERP, zusammen 4.162 zum Zeitpunkt der Auswertung. Jede Anzeige zählt einmal, egal wie oft ein Begriff darin vorkommt. Die Tabelle zeigt die Anteile an den 594 Anzeigen mit Text.

Angabe in der AnzeigeAnteil
Studium genannt (davon Informatik oder Wirtschaftsinformatik: 46 %)69 %
Weiterbildung, Fortbildung oder Schulungen als Angebot des Arbeitgebers59 %
„oder vergleichbare Qualifikation“ bzw. „vergleichbare Ausbildung“47 %
Ausbildung genannt (davon Fachinformatiker oder IT-Systemelektroniker: 17 %)34 %
SAP19 %
Microsoft Azure10 %
Linux9 %
Zertifikat als Anforderung oder Wunsch an Bewerber8 %
Kubernetes6 %
ITIL, ISO 27001je 5 %
VMware, Scrum, AWSje 4 %
Quereinstieg ausdrücklich erwünscht3 %
Cisco2 %
Einzelne Zertifikate wie CISSP, PRINCE2, SAP-Zertifizierung, Microsoft-Zertifizierungje höchstens 1 %

Zwei Dinge fallen auf. Erstens nennen die Anzeigen Technologien viel häufiger als die passenden Zertifikate: Azure steht in jeder zehnten Anzeige, eine Azure- oder andere Cloud-Zertifizierung aber nur in drei von 594. Arbeitgeber wollen sehen, dass Sie mit einem Werkzeug gearbeitet haben, das Zertifikat ist dafür ein Beleg unter mehreren. Zweitens nennen sechs von zehn Anzeigen Weiterbildung oder Schulungen als Angebot des Arbeitgebers. Wer eine IT-Stelle bekommt, muss also vieles nicht vorab auf eigene Kosten lernen.

Zur Einordnung: Die Stichprobe besteht überwiegend aus Anzeigen, die wir von Partnerportalen übernehmen, und sie zeigt, was in Anzeigen steht, nicht, wie Bewerbungsgespräche entschieden werden. Als Richtung taugt sie trotzdem, denn an der Anzeige entscheidet sich, ob Sie überhaupt eingeladen werden.

Welche Weiterbildung im IT-Bereich passt zu Ihnen?

Die sinnvollste IT-Weiterbildung hängt weniger vom Thema ab als von Ihrem Ausgangspunkt. Ein Kurs, der einer Fachinformatikerin den nächsten Karriereschritt öffnet, hilft einem Quereinsteiger ohne Abschluss kaum, und umgekehrt. Die drei häufigsten Ausgangslagen sehen so aus.

Ohne IT-Abschluss: der Weg über die Umschulung

Wenn Sie aus einem anderen Beruf kommen, ist die Umschulung zum Fachinformatiker der Weg, der in Stellenanzeigen am meisten zählt, weil er mit einem anerkannten Berufsabschluss endet. Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre und kennt vier Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Eine geförderte Umschulung in Vollzeit ist in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer als die Ausbildung (§ 180 SGB III), dauert also rund zwei Jahre. Am Ende steht dieselbe Abschlussprüfung vor der IHK.

Kurse von wenigen Wochen ohne Abschluss sind für den Quereinstieg die schwächere Wahl. Nur drei Prozent der Anzeigen nennen Quereinsteiger ausdrücklich, und fast jede zweite verlangt einen Abschluss „oder eine vergleichbare Qualifikation“. Ein Zertifikat allein wird selten als vergleichbar gelten, eine Umschulung mit IHK-Prüfung schon.

Mit IT-Ausbildung: der Aufstieg mit IHK-Fortbildung

Mit einer abgeschlossenen IT-Ausbildung stehen Ihnen die beiden Stufen der IT-Fortbildung offen, die seit dem 1. November 2024 neu geordnet sind: der Geprüfte Berufsspezialist und der Bachelor Professional in IT. Beide sind öffentlich-rechtlich geregelte Abschlüsse mit Prüfung vor der IHK, und die Vorbereitung darauf kann über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Für Fachinformatiker ist das ein direkter Weg in eine Stelle mit Projekt- oder Führungsverantwortung, ohne ein Studium nachzuholen.

Mit Studium oder langer Berufserfahrung: gezielte Zertifikate

Wer bereits studiert hat oder seit Jahren in der IT arbeitet, profitiert am ehesten von Zertifikaten, die genau zur nächsten Rolle passen: eine Cloud-Zertifizierung für den Wechsel in die Cloud-Architektur, ITIL für den IT-Service, ein Sicherheitszertifikat für die Informationssicherheit. Auch der Bachelor Professional in IT ist ohne IT-Ausbildung erreichbar, etwa mit 90 Leistungspunkten aus einem fachverwandten Studium und zwei Jahren Praxis oder mit fünf Jahren Berufspraxis.

IT-Fortbildung mit IHK-Abschluss: Berufsspezialist und Bachelor Professional

Das öffentlich-rechtliche IT-Weiterbildungssystem ist zum 1. November 2024 neu geordnet worden, die frühere IT-Fortbildungsverordnung von 2002 gilt nicht mehr. Die erste Stufe bilden fünf Berufsspezialisten, jeweils mit eigenem Profil:

Darauf baut der Bachelor Professional in IT auf, die zweite Stufe. Er qualifiziert laut Verordnung für Fach- und Führungsfunktionen: IT-Projekte leiten, Geschäftsprozesse mit IT-Bezug gestalten, Informationssicherheit gewährleisten und Mitarbeiter führen. Zur Prüfung zugelassen wird, wer eine IT-Ausbildung oder den IT-Berufsspezialisten hat, wer eine andere Ausbildung und mindestens ein Jahr passende Berufspraxis nachweist, wer 90 Leistungspunkte aus einem fachverwandten Studium und zwei Jahre Praxis mitbringt oder wer fünf Jahre einschlägig gearbeitet hat (§ 2 der Verordnung). Ob eine dritte Stufe als Master Professional dazukommt, wird noch geprüft.

Der Vorteil gegenüber einem Kurs mit Teilnahmebescheinigung liegt auf der Hand: Der Abschluss ist bundesweit einheitlich geregelt, jede Personalabteilung kann ihn einordnen, und er passt genau in die Formel „abgeschlossenes Studium oder vergleichbare Qualifikation“, die in fast jeder zweiten IT-Stellenanzeige steht.

IT-Zertifikate: wann sie sich lohnen

IT-Zertifikate der Hersteller und Verbände haben ihren festen Platz, nur meist als Zusatz und selten als Eintrittskarte. In unserer Auswertung erwähnen 15 Prozent der Anzeigen überhaupt ein Zertifikat. Ein Teil davon meint gar keine Weiterbildung, sondern Siegel des Unternehmens oder technische Zertifikate, ein weiterer Teil Zertifizierungen, die der Arbeitgeber selbst bezahlt. Ein bestimmtes Zertifikat namentlich zu fordern ist die Ausnahme: CISSP, PRINCE2, eine SAP-Zertifizierung oder eine Microsoft-Zertifizierung stehen jeweils in höchstens einem Prozent der Anzeigen.

Lohnend ist ein Zertifikat vor allem in drei Fällen. Wenn Sie ein Werkzeug schon beherrschen, aber keine Stelle nachweisen können, in der Sie es eingesetzt haben, macht das Zertifikat Ihre Kenntnisse überprüfbar. In der Informationssicherheit tauchen Normen und Standards wie ISO 27001 (5 Prozent der Anzeigen) und der IT-Grundschutz des BSI (3 Prozent) häufiger auf als jedes einzelne Zertifikat. Wer dort arbeiten will, profitiert von einem Nachweis zu diesen Standards. Und in der Beratung kann ein Zertifikat den Ausschlag geben, wenn der Kunde zertifizierte Berater verlangt.

Unser Rat für die Auswahl: Lesen Sie zwanzig Anzeigen für genau die Stelle, die Sie anstreben, und zählen Sie selbst, welche Werkzeuge und Nachweise darin vorkommen. In den aktuellen IT-Jobs auf ITJobs.rocks geht das in einer Viertelstunde. Taucht ein Zertifikat in diesen Anzeigen nicht auf, ist das Geld in einer anderen Weiterbildung besser angelegt.

IT-Weiterbildung für Quereinsteiger: realistisch planen

Die IT gilt als Branche, in der Quereinsteiger willkommen sind, und das stimmt, allerdings auf einem bestimmten Weg. Stellenanzeigen, die ausdrücklich Quereinsteiger ansprechen, sind selten. Häufig ist dagegen die offene Formulierung mit der vergleichbaren Qualifikation, und die füllen Sie am sichersten mit einem anerkannten Abschluss. Für eine IT-Weiterbildung als Quereinsteiger heißt das: lieber zwei Jahre Umschulung mit IHK-Prüfung als eine Reihe kurzer Kurse ohne Abschluss.

Wichtig ist außerdem der Praxisanteil. Gute Umschulungen enthalten ein Praktikum im Betrieb, und aus diesem Praktikum kann die erste Stelle werden. Fragen Sie vor der Anmeldung, wie lange es dauert, ob der Träger Betriebe vermittelt oder ob Sie selbst suchen müssen. Wer parallel eigene kleine Projekte baut, etwa ein Heimnetz, eine Datenbank oder eine kleine Anwendung, hat im Vorstellungsgespräch etwas zu zeigen, das kein Zeugnis ersetzt.

Für den Einstieg in Datenberufe gibt es einen eigenen Ratgeber zur Weiterbildung als Data Scientist. Wer über ein Studium nachdenkt, findet die Wege dorthin im Ratgeber zum Informatik-Studium.

Förderung: Wer bezahlt die Weiterbildung im IT-Bereich?

Eine IT-Weiterbildung muss selten ganz aus eigener Tasche bezahlt werden. Welche Förderung passt, hängt davon ab, ob Sie arbeitslos sind, beschäftigt sind oder einen IHK-Aufstieg anstreben. Die folgenden Angaben sind an den Gesetzestexten geprüft, Stand 28.09.2026.

Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit

Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann nach § 81 SGB III einen Bildungsgutschein bekommen, mit dem die Agentur für Arbeit die Weiterbildungskosten übernimmt. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung für die berufliche Eingliederung notwendig ist, dass die Agentur Sie vorher beraten hat und dass sowohl die Maßnahme als auch der Bildungsträger für die Förderung zugelassen sind. Auch der nachträgliche Erwerb eines Berufsabschlusses, also etwa die Umschulung zum Fachinformatiker, wird unter bestimmten Bedingungen gefördert. Wer Bürgergeld bezieht, fragt zuerst beim Jobcenter.

Förderung für Beschäftigte nach dem Qualifizierungschancengesetz

Auch wer eine Stelle hat, kann gefördert werden (§ 82 SGB III). Die Weiterbildung muss mehr als 120 Stunden umfassen und über eine kurze Einarbeitung am Arbeitsplatz hinausgehen, der Berufsabschluss muss in der Regel mindestens zwei Jahre zurückliegen, und in den letzten zwei Jahren darf keine Förderung nach dieser Vorschrift gelaufen sein. Der Arbeitgeber beteiligt sich an den Lehrgangskosten nach Betriebsgröße: In Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten soll er nichts zahlen, bei 50 bis 499 Beschäftigten die Hälfte und ab 500 Beschäftigten drei Viertel. Zusätzlich kann die Agentur einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zahlen, 75, 50 oder 25 Prozent je nach Betriebsgröße. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber gezielt darauf an.

Aufstiegs-BAföG für IHK-Fortbildungen

Für die Vorbereitung auf den Berufsspezialisten und den Bachelor Professional in IT gibt es das Aufstiegs-BAföG. Gefördert werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro, die Hälfte davon als Zuschuss, der Rest als günstiges Darlehen der KfW. Wer die Prüfung besteht, bekommt die Hälfte des dann noch offenen Darlehens erlassen. Der Lehrgang muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und darf in Teilzeit bis zu 48 Monate dauern.

Qualifizierungsgeld bei Strukturwandel

Seltener ist das Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III. Es greift, wenn ein Betrieb wegen des Strukturwandels einen erheblichen Teil seiner Belegschaft weiterbilden muss (mindestens 20 Prozent, in kleineren Betrieben 10 Prozent), der Arbeitgeber die Weiterbildung bezahlt und das in einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag geregelt ist. Die Agentur zahlt dann für die Dauer der Weiterbildung einen Ersatz für das ausfallende Gehalt.

So prüfen Sie ein Weiterbildungsangebot

Bevor Sie sich für eine IT-Weiterbildung anmelden, lohnt ein kurzer Blick auf fünf Punkte:

Versprechen wie eine sichere Stelle nach dem Kurs sollten Sie sich schriftlich und mit Bedingungen geben lassen. Die ehrlichere Frage an jeden Anbieter lautet: Wie viele Teilnehmer hatten sechs Monate nach dem Abschluss eine Stelle in der IT?

Weiterbildung im IT-Bereich und KI: was wichtiger wird, was an Wert verliert

Generative KI verschiebt, welche Weiterbildung sich in der IT lohnt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bewertet für jeden Beruf, welche Kerntätigkeiten sich mit heutiger Technik vollautomatisch erledigen ließen. In der jüngsten Bewertung, Stand der Technik 2022, gilt Programmieren erstmals als ersetzbar. Den Grund nennt der IAB-Kurzbericht 5/2024: KI-gestützte Entwicklungsumgebungen, mit denen sich Software auch mit wenig Programmiererfahrung bauen lässt. Beim Softwareentwickler stieg der Anteil ersetzbarer Kerntätigkeiten laut IAB-Job-Futuromat von 9 auf 39 Prozent, beim Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung von 25 auf 43 Prozent.

Was an Wert verliert

Als ersetzbar stuft das IAB in IT-Berufen neben dem Programmieren vor allem das Installieren und Konfigurieren ein, beim IT-Systemadministrator und beim Fachinformatiker für Systemintegration auch Systemverwaltung und Netzwerkmanagement. Eine Weiterbildung, die nur die Syntax einer Programmiersprache vermittelt, verliert damit aus unserer Sicht an Gewicht. Das IAB betont selbst, dass technisch Mögliches nicht immer und nicht sofort umgesetzt wird. Gesucht werden diese Berufe weiter. Unternehmen mit offenen IT-Stellen suchen laut Bitkom-Befragung von 2026 am häufigsten Fachkräfte für Administration und Systembetrieb (26 Prozent).

Was wichtiger wird

Nicht ersetzbar sind nach dem IAB beim Softwareentwickler unter anderem Software testen, Software-Engineering, Datenbankentwicklung, IT-Sicherheit und die Beratung der Anwender. Beim Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung kommen Qualitätsmanagement und Cloud Computing dazu. Der Kurzbericht nennt einen weiteren Grund: KI muss eingerichtet, trainiert und gewartet werden, und jemand muss ihre Ergebnisse prüfen. Die Unternehmen sehen das ähnlich. In der Bitkom-Befragung erwarten 74 Prozent, dass die Steuerung und Kontrolle von KI für IT-Fachkräfte wichtiger wird, 63 Prozent, dass KI-Kenntnisse künftig in allen IT-Berufen gebraucht werden.

Ein Wechsel ins reine KI-Fach ist dafür nicht nötig. Nur 12 Prozent der Unternehmen mit offenen IT-Stellen suchen Fachkräfte für KI. Ob der Bedarf an IT-Fachkräften mit KI-Wissen steigt, ist umstritten: 49 Prozent erwarten das, 48 Prozent nicht.

Was Sie daraus machen können

Unsere Einschätzung aus diesen Zahlen: Am meisten bringt eine Weiterbildung, die KI als Werkzeug im eigenen Fach einsetzt und das Prüfen der Ergebnisse mit übt. Fragen Sie vor der Anmeldung, ob im Kurs mit KI-Assistenten gearbeitet wird und ob Testen und Code-Review auf dem Lehrplan stehen. Besteht Ihr Alltag heute überwiegend aus Installieren und Konfigurieren, planen Sie den nächsten Schritt früh, etwa in Richtung IT-Sicherheit, Cloud oder Beratung. Welche Tätigkeiten Ihres eigenen Berufs als ersetzbar gelten, können Sie im Job-Futuromat selbst nachsehen.

Nach der Weiterbildung: der nächste Schritt

Mit dem neuen Abschluss oder Zertifikat beginnt die eigentliche Arbeit, die Bewerbung. Wie Sie Weiterbildungen und Projekte im Lebenslauf sichtbar machen, zeigt unser Ratgeber zum IT-Lebenslauf. Welche Aufgaben und Gehälter Sie in einzelnen Berufen erwarten, lesen Sie in den Berufsbildern IT-Administrator, IT-Systemelektroniker und IT-Sicherheit. Und die passenden Stellen finden Sie jederzeit in unseren IT-Jobs.

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Häufige Fragen

Welche IT-Weiterbildung ist sinnvoll?

Die, die zu Ihrem Ausgangspunkt und zu den Anzeigen Ihrer Wunschstelle passt. Ohne IT-Abschluss ist das meist die Umschulung zum Fachinformatiker, mit IT-Ausbildung der Berufsspezialist oder der Bachelor Professional in IT, mit Studium oder langer Berufserfahrung ein Zertifikat für die nächste Rolle. In unserer Auswertung von 594 IT-Stellenanzeigen nannten 69 Prozent ein Studium, 34 Prozent eine Ausbildung und nur 8 Prozent ein Zertifikat als Anforderung oder Wunsch.

Kann ich eine IT-Weiterbildung ohne Vorkenntnisse machen?

Ja. Der Weg mit den besten Chancen ist eine Umschulung zum Fachinformatiker mit Abschlussprüfung vor der IHK, weil viele Stellenanzeigen einen Abschluss oder eine vergleichbare Qualifikation verlangen. Kurze Kurse ohne Abschluss reichen für den Einstieg selten. Wer arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann die Umschulung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit fördern lassen.

Wer bezahlt eine Weiterbildung im IT-Bereich?

Das hängt von Ihrer Lage ab. Bei Arbeitslosigkeit übernimmt die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein (§ 81 SGB III). Beschäftigte können nach § 82 SGB III gefördert werden, der Arbeitgeber trägt dann je nach Betriebsgröße keinen, die Hälfte oder drei Viertel der Lehrgangskosten. Die Vorbereitung auf IHK-Fortbildungen kann über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden. Und sechs von zehn IT-Stellenanzeigen nennen Weiterbildung oder Schulungen als Angebot des Arbeitgebers.

Wie lange dauert eine Umschulung zum Fachinformatiker?

Die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert drei Jahre. Eine geförderte Umschulung in Vollzeit ist in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer, dauert also rund zwei Jahre, und endet mit derselben Abschlussprüfung.

Was ist ein Bachelor Professional in IT?

Ein öffentlich-rechtlich geregelter Fortbildungsabschluss mit Prüfung vor der IHK, seit dem 1. November 2024 neu geordnet. Er qualifiziert für Fach- und Führungsaufgaben wie die Leitung von IT-Projekten. Zugelassen wird unter anderem, wer eine IT-Ausbildung hat, eine andere Ausbildung und ein Jahr passende Berufspraxis nachweist oder fünf Jahre einschlägig gearbeitet hat.

Welche IT-Zertifikate verlangen Arbeitgeber am häufigsten?

Namentlich genannte Zertifikate sind selten, einzelne wie CISSP, PRINCE2 oder eine SAP-Zertifizierung stehen jeweils in höchstens einem Prozent der IT-Stellenanzeigen. Häufig genannt werden dagegen Technologien: SAP in 19 Prozent, Microsoft Azure in 10 Prozent und Linux in 9 Prozent der Anzeigen. Ein Zertifikat lohnt sich vor allem, wenn es Kenntnisse in genau diesen Technologien belegt.